Proxytechnologie
Die Grundidee des Proxy ist die Umsetzung der an PROFIBUS DP definierten EA-Daten eines Slaves auf durch PROFINET nutzbare Verschaltungsdaten. Die im Proxy implementierte Zugriffsfunktion auf ein PROFINET Verschaltungsdatum greift direkt auf den im Master vorhandenen EA-Cache zu. Dieser Cache wird im Rahmen des DP-Zyklus aufgefrischt, d.h. die Daten liegen dort mit der Qualität des DP-Zyklus vor.
Die Proxies sind im Runtimemodell als RT-Autos integriert. Ein Beispiel hierfür ist die Integration von zentralen oder dezentralen Peripheriebaugruppen beispielsweise an einem PROFIBUS. Ein Proxy bietet von PROFINET aus den Zugang über Interfaces auf
• Prozessdaten, d.h. Ein- und Ausgänge der Baugruppe im Direktzugriff oder über das Prozessabbild,
• asynchrone Events, d.h. Prozess- oder Diagnosealarm,
• Diagnoseinformationen.
Die Projektierung des Proxyobjektes für das RT-Auto besteht damit im wesentlichen aus einer Zuordnung von PROFINET Datum zu Position im EA-Cache des Masters, die Implementierung aus dem Zugriff auf ein spezielles Datum in diesem EA-Cache.
Diese Implementierung hat den Vorteil, dass keinerlei zusätzliche Kommunikation auf dem PROFIBUS DP stattfinden muss, um auf ein PROFINET Datum zuzugreifen.

Beispielapplikation mit Proxy
In dem Proxy werden die Komponenten eines oder mehrerer Feldbusteilnehmer geladen (Anlagenteile Spülen und Füllen). Durch den Proxy werden alle dahinter angeordneten Feldbusgeräte als jeweils eigenständige PROFINET Knoten (Objekte) dargestellt.
Der entscheidende Unterschied zwischen der Einbindung von vorhandenen Anlagen und dem Proxy-Konzept liegt darin, dass im zweiten Fall jedes einzelne Feldgerät als eine eigenständige PROFINET Komponente verschaltet werden kann.