PROFINET Handbuch

PROFINET IO

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Die Anforderungen an eine PROFINET IO Anwendung können in Conformance-Classes (CC) eingeteilt werden. In der Norm IEC 61784-2 werden die drei Conformance-Classes CC-A, CC-B und CC-C für PROFINET definiert. Dies ist für den Anwender nicht wirklich hilfreich. Wir versuchen hier diese drei Conformance Classes als Leistungsklassen bestimmten Anwendungen zu zuordnen: Klasse A entspricht den Anforderungen einer einfachen Anlageautomation (Plant-Control), Klasse B einer Maschinenautomation (Machine-Control) und Klasse C erfüllt die Anforderungen für die Bewegungsautomation (Motion-Control). Alle diese Leistungsklassen können miteinander kombiniert werden.

Kombination von Leistungsklassen von PROFINET IO

Kombination von Leistungsklassen von PROFINET IO

 

CC-A: Anlagenautomation (Plant-Control)

In einer Anlagenautomation sollen Daten mit Zykluszeiten in der Grössenordnung von 100 ms übertragen werden. Oftmals besteht eine Gebäudeverkabelung, die auch für Ethernet verwendet werden soll. Dies ist bei der Leistungsklasse A problemlos möglich. Ebenso ist definiert, wie drahtlose Systeme wie WLAN oder Bluetooth eingebunden werden können. Das Einbinden von bestehenden Feldbussen wie PROFIBUS, INTERBUS oder DeviceNet ist herstellerübergreifend festgelegt. Sicherheitkonzepte erlauben den Zugriff aus dem Internet für Remote-Diagnose ohne dass Unbefugte eingreifen können.

 

CC-B: Maschinenautomation (Machine-Control)

Eine SPS als typischer Kontroller für eine Maschine hat eine Zykluszeit im Bereich von 10 ms. Damit dies sicher erreicht werden kann, muss die Infrastruktur klar definierten Richtlinien folgen. In einem Klasse B Netzwerk dürfen nur PROFINET Komponenten auftreten, d.h. auch die Switches und Kabel müssen die minimalen Anforderungen von PROFINET erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel auch die durchgehende Schirmung der Kabel um die EMV Festigkeit zu gewährleisten.

 

CC-C: Bewegungsautomation (Motion-Control)

Für die Kontrolle von Bewegungen sind Zykluszeiten unter 1 ms gefordert. Dies kann mit einer Klasse C Installation erreicht werden. Alle Komponenten in dieser Zone sind Klasse C Geräte und können zeitlich synchronisiert werden. Dies ist die Basis für eine Isochrone (= alle Teilnehmer haben die gleiche Zeit) Kommunikation und die Voraussetzung um die geforderten Zykluszeiten erreichen zu können.

 

Die einzelnen Zonen können wie bei einer Zwiebel ineinander verschachtelt werden. ein PROFINET IO System kann kann unterschiedliche Leistungsklassen umfassen und auch mehrere Zonen derselben Klasse sind problemlos möglich.

 

Damit diese Aufteilung realisiert werden kann, müssen die Geräte einer Leistungsklasse minimale Anforderungen betreffend der implementierten Funktionen und Protokolle erfüllen.