PROFINET Handbuch

Half- oder Full-Duplex

Half- oder Full-Duplex

Vorangehendes Thema Nächstes Thema  

Half- oder Full-Duplex

Vorangehendes Thema Nächstes Thema JavaScript is required for the print function Fragen oder Bemerkungen zum Thema senden!  

Seit der Einführung der UGV mit Twisted-Pair Verkabelung, sind die Übertragungskanäle für Send und Receive getrennt. Auf dem Übertragungsmedium kann somit gar keine Kollisionen mehr auftreten. Werden die Kabel jedoch in einem Konzentrationspunkt (z.B. einem Hub) über eine Repeaterkarte angeschlossen, so wird die Verbindung zwischen allen Kabeln über die Ebene 1 (Repeater-Funktion) realisiert.

Die Verbindung aller Kabel auf der physikalischen Schicht bewirkt, dass alle über die Sendeleitung übermittelten Daten auf den Empfangsleitungen aller angeschlossenen Endgeräte eintreffen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass trotz der Trennung von Sende- und Empfangskanal auf dem Kabel bei den angeschlossenen Endgeräten Kollisionen auftreten. Alle an den Repeater angeschlossenen Kabel bilden dadurch eine gemeinsame Kollisionsdomäne.

 

Wird nun Anstelle des Hubs ein Switch und pro Port immer nur eine einzige Arbeitsstation angeschlossen, haben wir pro Segment nur eine Station. Die Empfangs- und Sende-Leitungen können nun gleichzeitig benutzt werden. Das bisher verwendete Zugriffsverfahren, welches immer nur einer einzigen Station das Senderecht erteilte ist nun nicht mehr erforderlich. Es dürfen in einem solchen Netzwerk alle Stationen gleichzeitig senden. Zudem entfällt die Längenbeschränkung durch die Slot-Time. Die Ausdehnung wird nun auschliesslich durch die Möglichkeiten des Layer 1 bestimmt (Dämpfung, Nebensprechen, Bandbreiten-Längen-Produkt, usw.)

 

Da eine Station nun während des Sendens auch noch gleichzeitig Daten empfangen kann bezeichnet man diese Übertragungsart als Fullduplex. Durch den Verzicht auf das Zugriffsverfahrens, weil getrennte Sende- und Empfangswege vorhanden sind, erhält man somit die doppelte Übertragungskapazität einer bestehenden Leitung. Im Gegensatz zu einer halbduplex Anbindung, bei der das Senderecht weiterhin nur einer einzigen Station (zu einer bestimmten Zeit) pro Segment erteilt wird.