Grundelemente des Modells
Im Runtimeobjektmodell (Bild 5.1) repräsentiert das Physical Device eine physikalische Komponente (d.h. Hardware). Sie bietet einen Netzwerkzugang zu einem oder mehreren IP-Netzen. Auf jeder Hardwarekomponente (z.B. SPS, Antrieb, PC) existiert genau eine Instanz des Physical Device.

Runtimeobjektmodell von PROFINET
Ein Physical Device enthält eine oder mehrere Logical Devices. Ein Logical Device repräsentiert ein Soft-/Firmwarepaket als selbständige, abgeschlossene Einheit. Das Logical Device ist als Aktor, Sensor, Steuerung, CNC, u.s.w. an der Lösung der verteilten Automatisierungsaufgabe beteiligt. Das Physical Device kann zu allen enthaltenen Logical Devices nach deren Namen navigieren und bietet Browsing-Funktionalität für die Namen der Logical Devices.
In der Regel findet sich in der Praxis eine feste „1:1“ Zuordnung zwischen dem Physical Device und dem Logical Device, d.h. zu einer Hardware existiert genau eine Firmware. Dies gilt beispielsweise für eine SPS, Antriebe oder Feldgeräte. Darüber hinaus ist eine „1:n“ Zuordnung möglich, d.h. auf einer Hardware laufen z.B. mehrere voneinander unabhängige Softwarepakete. Dies gilt insbesondere für freie Rechenleistung, wie einem PC mit SlotPLC und SoftPLC, oder einem Windows CE Gerät mit HMI und SPS-Komponente.
Das Logical Device besteht aus den Teilen Betriebssystem und Applikation. Der PROFINET-Anteil am Betriebssystem eines Logical Device besteht aus zwei Teilen, einem durch PROFINET als Systemdefinition standardisierten Anteil und einem erweiterten Teil für spezielle Definitionen des Erstellers des Logical Device.
Der PROFINET-Standard beschreibt die über alle Logical Devices gleiche Funktionalität durch die Objekte LogicalDevice und ACCO. Das Objekt Logical Device stellt allgemeine Automatisierungsfunktionalität wie Identifikation oder Diagnose zur Verfügung und dient als Navigationsanker für alle weiteren Objekte des Betriebssystems. Zusätzlich kann es zu allen Namen der enthaltenen RT-Autos navigieren und bietet Browserfunktionalität für die Namen der RT-Autos. Das Objekt ACCO (Active Control Connection Object) realisiert eine projektierbare Verschaltung von RT- Autos.
Das Objekt RT-Auto (Runtime–Automatisierungsobjekt) stellt die Automatisierungsfunktionalität in Form einer technologischen Komponente dar (Bild 5.1). Diese Automatisierungsfunktionalität liegt in Form von vorgetesteten und universell einsetzbaren Komponenten vor, die mit Hilfe der durch den ACCO definierten Verschaltungsfunktionalität zu einer verteilten Applikation projektiert werden können.