PROFINET Handbuch

Echtzeitkommunikation

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Die Analyse unterschiedlicher TCP/IP-Implementierungen hat ergeben, dass bei Standard Kommunikations-Stacks erhebliche Laufzeiten zur Erzeugung der Datenpakete benötigt werden. Diese Laufzeiten lassen sich zwar optimieren, der dazu notwendige TCP/IP-Stack ist dann aber kein Standardprodukt mehr, sondern eine proprietäre Implementierung. Bei Verwendung von UDP/IP-Implementie­rungen gilt sinngemäß die gleiche Aussage.

Laufzeiten von Automatisierungsdaten von Producer zum Consumer

Für in der Fertigungsautomatisierung typischen Echtzeitanwendungen, die Aktualisierungs- bzw. Reaktions­zeiten in der Fertigungsautomatisierung mindestens den Bereich von 5-10ms erfüllen müssen, wurde bei PROFINET eine leistungsfähige Lösung erarbeitet. Unter der Aktualisierungszeit wird die Zeitdauer verstanden, die verstreicht, wenn eine Variable in einer Applikation eines Gerätes gebildet, anschließend an ein Partnergerät über das Kommunikationssystem gesandt und dort wiederum der Anwendung bereitgestellt wird.

Die Lösung einer Echtzeitkommunikation soll mit Standard-Netzkomponenten, wie z. B. Switches, und Standard-Ethernet-Controllern realisierbar sein und den Einsatz von bestehenden Ethernet-Infrastrukturen ermöglichen. Für die Geräte darf die Implementierung einer Echtzeitkommunikation nur zu einer geringen Belastung des Prozessors führen, damit die Bearbeitung des Anwenderprogramms weiterhin Vorrang hat.

Erfahrungsgemäß kann darüber hinaus die Übertragungsgeschwindigkeit auf der Leitung bei 100 Mbit-Ethernet im Verhältnis zur Abarbeitung in den Geräten vernachlässigt werden. Die Zeitdauer für die Bereitstellung der Daten in der Applikation des Providers wird von der Kommunikation nicht beeinflusst. Das gilt auch für die Verarbeitung der empfangenen Daten im Consumer. Daraus folgt, dass sich primär bei der Bearbeitung der Kommunikations-Stacks im Provider und Consumer nennenswerte Verbesserungen bei den Aktualisierungsraten ergeben können.