PROFINET Handbuch

Arten von Automatisierungskomponenten

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In der Runtimewelt wird zwischen Automatisierungskomponenten mit fester Funktionalität und Automatisierungskomponenten mit frei programmierbarer und ladbarer Funktionalität unterschieden. Eine Automatisierungskomponente fester Funktionalität (Ventil, Antrieb, Feldgerät, Aktor, Sensor) wird vom Hersteller funktionsfähig geliefert. Eine frei programmierbare Automatisierungskomponente (SPS, PC) wird vom Anwender für eine Anwendung aufgabenspezifisch konfiguriert bzw. programmiert.

Beide Komponententypen können einen individuellen, produktspezifischen Innenaufbau haben (Architektur, Ablaufsystem, Programmierung). In der Außensicht verhalten sich jedoch beide gleich und sind stets als eine Ansammlung von Automatisierungsobjekten mit COM-Interfaces sichtbar. Diese Sicht gilt insbesondere auch für unterlagerte Nicht-PROFINET-Systeme (z.B. unveränderte DP-Slaves am PROFIBUS über Proxies).

Ein Client auf einem Automatisierungsgerät sieht daher auf einem anderen Gerät ausschließlich sogenannte Automatisierungsobjekte (AUTOs). Über DCOM-Mechanismen ist feststellbar, welche Interfaces in einem AUTO implementiert sind.

Die Automatisierungsobjekte sind über den DCOM-Objektbus miteinander verbunden. Über diesen Objektbus können Automatisierungsobjekte sowohl miteinander als auch mit allen anderen COM-Objekten (Officewelt, Datenbanken, SAP) interagieren. Auch Objekte an anderen Objektbussen (CORBA Objekte auf UNIX Mainframes) können durch Verwendung von am Markt erhältlichen Produkten eingebunden werden. Durch Verwendung des DCOM-Objektbusses wird die für Offenheit und Interoperabilität (Durchgängigkeit) gewährleistet.

Die COM-Interfaces der Automatisierungsobjekte werden abhängig von der abgedeckten Funktionalität in vier Kategorien aufgeteilt:
Pflichtinterfaces definieren einen Standard, den alle Geräte einer PROFINET-basierten Automatisierungs­lösung implementieren müssen. Neben den durch COM definierten Interfaces wie z.B. Identifikation gehört die Unterstützung der Daten- und Eventverschaltung zwischen AUTOs zur Pflichtfunktionalität.
Wahlinterfaces sind Optionen, die nicht jedes Gerät erbringen muss. Wenn diese Funktion allerdings erbracht werden soll, dann ist die Interface-Implementierung nach Vorlage Pflicht.
Gerätespezifische Interfaces ermöglichen den Zugriff auf gerätespezifische Leistungen. Diese Interfaces können nicht standardisiert werden und sind in der Regel in Firmware implementiert. Die Objekte, welche die gerätespezifischen Interfaces implementieren, bilden das Geräteobjektmodell.
Anwendungsspezifische Interfaces werden mit Programmierwerkzeugen entwickelt. Sie sind u.U. Zielsystemspezifisch sind.